home Gesundheit CancerSEEK: Neuer Bluttest soll Krebs-Früherkennung deutlich erleichtern

CancerSEEK: Neuer Bluttest soll Krebs-Früherkennung deutlich erleichtern

Ein neuer Test könnte die Früherkennung von Krebserkrankungen revolutionieren und das Leben zahlloser Patienten retten. Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern der John Hopkins School of Medicine in Baltimore vorgestellt und erfordert nur eine Blutprobe, um mehrere Krebsarten im Frühstadium festzustellen. Nun will man die Wirksamkeit in der Praxis testen.

Erstmals Früherkennung für fünf Krebsarten

INFO-BOX:
Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt in Deutschland bei der Zahl der Krebstodesfälle auf dem 4. Platz und verursacht jährlich rund 14.000 Neuerkrankungen. Die häufigsten Symptome sind eine stetig zunehmende Gelbsucht, in den Rücken ausstrahlende Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Verdauungsstörungen.
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In einer Studie mit 1.005 Krebspatienten zeigte der neue Test bereits gute Ergebnisse. In 70 Prozent der Fälle konnte die Diagnose mit der Blutuntersuchung abgesichert werden. Untersucht wurden Fälle von Tumoren in Leber, Magen, Brust, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Darm und den Eierstöcken, die noch nicht ins umliegende Gewebe gestreut hatten. Dabei handelt es sich um Krebsarten, die in den USA jährlich für mehr als jeden zweiten Krebstoten verantwortlich sind.

Als besonderer Erfolg wird das positive Ergebnis beim Bauchspeicheldrüsenkrebs angesehen. Weil dieser anfangs kaum Symptome hervorruft, wird eine Erkrankung meist zu spät erkannt. 80 Prozent der Patienten versterben deshalb noch im ersten Jahr nach der Diagnose. Mit dem „CancerSEEK“ genannten Test könnte es nun erstmals ein Mittel zur Früherkennung geben. Bislang fehlte eine solche Methode auch bei vier weiteren erfolgreich getesteten Krebsarten. In den anderen Fällen kann CancerSEEK als Ergänzung der bisherigen Mittel eingesetzt werden.

Suche nach Markern im Blut

Der neue Test macht sich die Eigenschaft von Krebszellen zunutze, Spuren mutierter DNA und Proteine ins Blut freizusetzen. Bei der Untersuchung wird in einer Blutprobe des Patienten nach Mutationen in 16 verschiedenen Genen und acht Proteinen gescannt, die mit den Erkrankungen assoziiert sind. Wie verlässlich das Verfahren ist, wurde vor der Veröffentlichung auch an rund 800 gesunden Menschen geprüft. Dabei schlug CancerSEEK nur sieben Mal an, wobei nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob es sich dabei tatsächlich um falsche Ergebnisse handelt. Möglich wäre auch, dass die Probanden an einer bis dahin nicht entdecken Krebserkrankung leiden. Um mehr Sicherheit zu bekommen, soll nun eine weitere Studie mit 100.000 Teilnehmern durchgeführt werden.

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