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Depressionen: Psychische Probleme steigern laut Studie das Risiko eines Krebs-Todes

Dass psychische Probleme die körperliche Gesundheit negativ beeinflussen können, gilt seit Jahren als erwiesen. So wird mit Depressionen ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle in Verbindung gebracht. Eine neue Studie legt nun nahe, dass auch die Gefahr eines Krebstodes deutlich steigt.

32 Prozent höhere Sterblichkeitsrate

INFO-BOX:
Krebs durch
Depressionen
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Zu diesem Ergebnis kommen britische und australische Forscher in einer diese Woche in der Fachzeitschrift “British Medical Journal“ veröffentlichten Untersuchung. Die Mediziner hatten die Daten von 16 Studien ausgewertet, die über einen Zeitraum von zehn Jahren abgehalten wurden und an denen insgesamt 163.000 Menschen teilnahmen. Dabei zeigte sich, dass unter Depressionen leidende Patienten 32 Prozent häufiger an einer Krebserkrankung starben als Erkrankte ohne psychische Probleme. Alter, Geschlecht, Bildung, Gewicht und sozialer Status hatten auf das Ergebnis keinen Einfluss. Damit ist die geistige Gesundheit für die Sterberate bei einer Krebserkrankung genauso bedeutend, wie es etwa starkes Übergewicht oder Tabakkonsum sind.

Als mögliche Erklärung nennen die Forscher verschiedene Faktoren. Demnach könnte das geringere Interesse an der eigenen Gesundheit ein Grund sein. Krebsarten wie Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs würden durch eine ungesunde Lebensweise begünstigt. Wenig Bewegung, übermäßiges und ungesundes Essen seien genauso problematisch wie der bei Depressiven verbreitetere Konsum von Alkohol und Zigaretten. Gleichzeitig könnte die psychische Erkrankung eine Veränderung im Hormonhaushalt bewirken – etwa durch die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol – wodurch das Immunsystem geschwächt wird und Krebszellen schlechter vom Körper bekämpft werden. Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass sich an Depressionen Erkrankte seltener richtig behandeln lassen und auf Vorsorgeuntersuchungen verzichten.

Weitere Forschungen sollen bessere Krebs-Behandlung ermöglichen

Da durch die Studie nicht völlig geklärt werden konnte, welche Wirkung psychische Probleme auf Krebserkrankungen haben, die Forscher aber eine deutlichen Zusammenhang mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate feststellen konnten, empfiehlt man nun weitere Forschungen. Sollten diese die Studienergebnisse untermauern, könnte das in Zukunft eine bessere Behandlung von Krebs ermöglichen.

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Benjamin Pitzer

Benjamin konnte während seiner Sportlehrerausbildung fundierte Einblicke in die Ernährungsberatung erhalten. Privat verpasst er kein Sportereignis und ist selbst für jede Sportart offen. Auf News-Mag.de ist Benjamin für die Bereiche Sport und Gesundheit verantwortlich.

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