Von 2013 bis 2014 verdoppelte sich die Zahl der Hepatitis-E-Fälle in Deutschland innerhalb eines Jahres auf 670, teilte das Robert Koch-Institut jetzt zum Welt-Hepatitis-Tag mit. Im Vergleich zu Hepatitis A, B und C ist Hepatitis E (HEV) eher unbekannt. Auch vielen Ärzten ist das HEV nicht unbedingt geläufig gewesen. In jüngster Vergangenheit hat es aber auch hier Verbesserungen gegeben. Der sprunghafte Anstieg der HEV-Fälle wird daher vom Robert Koch-Institut nicht auf eine erhöhte Verbreitung des Virus, sondern auf eine verbesserte Diagnostik und eine gesteigerte Sensibilität der Ärzte zurückgeführt.
HEV in Europa heimisch
Anders als lange angenommen, handelt es sich beim HEV nicht um eine typische Tropenkrankheit, deren Erreger vor allem durch Reisen nach Zentraleuropa eingeschleppt wurde – stattdessen ist das Hepatitis-E-Virus, so das Robert Koch-Institut, bereits auch auf unserem Kontinent heimisch. Einer von sechs Deutschen hatte bereits einmal Kontakt mit dem Hepatitis-E-Virus, schätzen Epidemiologien aufgrund von Angaben der Deutschen Leberhilfe. Das Virus wird vor allem durch kontaminiertes Schweine- und Wildfleisch übertragen.
Verlauf im Normalfall nicht tödlich
Die Hepatitis E ist eine virale, infektiöse Hepatitis beim Menschen, die durch das Hepatitis-E-Virus (HEV) verursacht wird. |
Weltweit werden bis zu 65.000 Todesfälle durch Leberversagen auf HEV zurückgeführt. Bisher gibt es keinen Impfstoff für die in Europa vorkommende Virusvariante. Bei Verdacht auf Hepatitis A, B oder C sollte daher auch auf eine eventuelle Infektion mit dem selteneren E-Virus getestet werden.