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Monty Python-Star Terry Jones an Demenz-Erkrankung gestorben

Bild: wikimedia.org / Lesley / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Der britische Komiker, Autor und Regisseur Terry Jones ist tot. Er sei am Dienstagabend nach einer langen Demenzerkrankung im Alter von 77 Jahren gestorben, teilte sein Management gegenüber der BBC mit. Seine Familie erklärte, er habe lange Zeit mutig und immer mit Humor gegen die Krankheit angekämpft. Jones war sowohl als Autor wie auch als Darsteller für die berühmte Comedy-Truppe „Monty Python“ aktiv, die ab 1969 große Erfolge feierte.

„Monty Python’s Flying Circus“ begründet Weltkarriere

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Monty Python wurde 1969 gegründet und hatte seine Blütezeit in den 1970er-Jahren mit der Fernsehserie „Monty Python’s Flying Circus“ und mehreren Kinofilmen (u.a. "Das Leben des Brian", produziert von Ex-Beatle George Harrison). 1983 löste sich die Gruppe vorerst auf, 1989 standen alle sechs Mitglieder zum 20-jährigen Jubiläum letztmals gemeinsam auf der Bühne. Im selben Jahr starb Graham Chapman an Krebs. 2014 nahmen die fünf verbliebenen Pythons mit zehn Shows in London endgültig Abschied von der Bühne.
Jones, der 1942 im walisischen Colwyn Bay geboren wurde, studierte in Oxford Anglistik und Geschichte. Dort lernte er auch seinen Kommilitonen Michael Palin kennen, mit dem er bald in verschiedenen Bühnenrevuen auftrat. Ab Mitte der 1960er-Jahre arbeitete Jones dann für das britische Fernsehen. Dort war er zusammen mit Palin zunächst Autor für diverse Comedy-Serien. Eine davon war die Satire „The Frost Report“, in der die Cambridge-Absolventen John Cleese, Graham Chapman und Eric Idle mitwirkten. Zusammen mit dem in London lebenden Amerikaner Terry Gilliam gründeten die fünf Kollegen schließlich Monty Python und mischten mit ihren schwarzhumorigen und oft absurden Sketchen und Animationen in der Serie „Monthy Python’s Flying Circus“ zwischen 1969 und 1974 nicht nur die BBC auf, sondern erlangten schnell weltweite Berühmtheit.

Dazu trugen auch die fünf Kinofilme der „Pythons“ bei, die bis 1983 entstanden. Den Auftakt machte 1971 „Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft“, in „Die Ritter der Kokosnuss“ führte Jones bereits zusammen mit seinem „Python“-Kollegen Terry Gilliam Regie. In dem wohl berühmtesten Streifen der Comedy-Truppe „Das Leben des Brian“, sowie im letzten Film „Der Sinn des Lebens“ war er dann der alleinige Regisseur. Wie schon zuvor in der Serie vermied Jones einen konventionellen Humor und schmückte seine Sketche und Geschichten mit bizarren Dialogen und Bildern aus. Auch wenn Jones als Darsteller nicht so berühmt wurde wie seine Kollegen Cleese und Palin, bleiben viele seiner Rollen im Gedächtnis – vor allem seine Frauenportraits. So etwa als Reinigungskraft in „Der Sinn des Lebens“ oder als Brians Mutter in „Das Leben des Brian“. Auch nach dem Ende der „Pythons“ blieb Jones produktiv. Er schrieb Drehbücher und Romane, führte weiter Regie und moderierte historische BBC-Dokumentationen.

Palin: „Ein Komödiant aus Renaissance-Zeiten“

„Terry war einer meiner engsten und wertvollsten Freunde“, sagte Michael Palin in einem Statement gegenüber der BBC. „Er war weit mehr als einer der witzigsten Autoren und Performer seiner Generation. Er war wie ein Komödiant aus Renaissance-Zeiten: Schriftsteller, Regisseur, Moderator, Historiker, brillanter Kinderbuchautor und der herzlichste, wundervollste Begleiter, den du dir wünschen konntest.“ Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder outete sich als Monty Python-Fan. Auf Twitter schrieb er: „Terry Jones wird uns immer in Erinnerung bleiben. Monty Python ist eine Legende.“