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Foodwatch: Alete Kinderkeks zum Goldenen Windbeutel 2017 gekürt

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat zum siebten Mal den „Goldenen Windbeutel“ verliehen. In diesem Jahr ging der Negativpreis, der Lebensmittelhersteller für besonders dreiste Werbelügen abstrafen soll, an Alete. Bei der Vermarktung seines „Kinderkeks“ betreibe das auf Kindernahrung spezialisierte Unternehmen Marketing „am Rande der Körperverletzung“, so der Vorwurf von Foodwatch.

25 Prozent zugesetzter Zucker in Alete Kinderkeks

Alete bewirbt das Produkt als babygerecht und für die Ernährung ab dem achten Lebensmonat geeignet. Die Verpackung verspricht außerdem, die Kekse seien „zum Knabbernlernen“ verwendbar. Nach Ansicht von Foodwatch erfüllt die Rezeptur diese Ansprüche aber keineswegs, weil der Anteil an zugesetztem Zucker bei 25 Prozent liegt. Das bleibt zwar im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen, läuft jedoch Empfehlungen von Medizinern zuwider, wonach Säuglinge und Kleinkinder überhaupt keine Lebensmittel mit Zuckerzusatz verzehren sollten. Diese können zu Übergewicht führen und die Entstehung von Karies fördern.

Ergebnis der Wahl zum „Goldenen Windbeutel 2017“ © foodwatch.org / Foodwatch

Foodwatch wirft Alete deshalb vor, das eigene positive Image bei Eltern zu nutzen, um „auf Kosten der Kleinsten Kasse zu machen.“ Das grenze an Körperverletzung durch Irreführung. Alete reagierte schon im November auf die Kritik, als die Nominierung bekannt wurde. Die Verpackung von „Kinderkeks“ soll das Produkt künftig nicht mehr als „babygerecht“ ausweisen. Außerdem wolle man an der Rezeptur arbeiten. Gleichzeitig verwies das Unternehmen aber darauf, dass man eine Verzehrmenge von höchstens zwei Keksen pro Tag empfehle.

„Preisverleihung“ bei Alete in Bad Homburg © foodwatch.org / Foodwatch

Ein Vertreter von Foodwatch bezeichnete es als absurd, einen Keks nicht mehr als babygerecht bezeichnen, ihn aber weiterhin für Kinder in diesem Alter vermarkten zu wollen. Gleichzeitig fordert die Organisation eine strengere Gesetzgebung. Derzeit lasse die Regelung der EU es zu, dass selbst Kekse mit einem Zuckergehalt von 34 Prozent als für Säuglinge empfehlenswerte Produkte vermarktet werden. Diese Lücke nutze Alete besonders dreist aus, hieß es.

Alete klarer „Sieger“ in Online-Abstimmung

Der Hersteller von Kindernahrung steht nicht zum ersten Mal wegen überzuckerter Produkte in der Kritik. Schon 2014 wurde man für den Verkauf einer stark gezuckerte Trinkmahlzeit abgestraft. Das Unternehmen war allerdings nicht das einzige, dessen Marketing die Aufmerksamkeit der Verbraucherschützer auf sich zog. Für den Goldenen Windbeutel waren außerdem ein Protein-Drink von Bauer, eine ochsenschwanzfreie Ochsenschwanz-Suppe von Continental Foods, ein Omega-3-Pflanzenöl von Unilever und ein Müsli von Kellogg’s nominiert. In einer Online-Abstimmung mit mehr als 70.000 Teilnehmern erhielt Alete jedoch gut die Hälfte der Stimmen und wurde deshalb mit dem Negativpreis bedacht.

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