home Panorama Nike-Chef Parker greift US-Präsident Trump an: „Diese Politik ist eine Gefahr für unsere Werte!“

Nike-Chef Parker greift US-Präsident Trump an: „Diese Politik ist eine Gefahr für unsere Werte!“

Bild: nike.com / Nike

Der von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisestopp für Menschen aus sieben muslimischen Staaten ruft nicht nur Kritiker aus der Politik und Gesellschaft auf den Plan. Selbst Wirtschaftsvertreter zeigen ihre Ablehnung ungewöhnlich deutlich. Nun hat die Regelung auch Nike-Chef Mark Parker zu einem Statement veranlasst, in dem er Trump mit starken Worten die Stirn bietet.

Vielfältigkeit macht die Gemeinschaft stärker

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Mark Parker
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Mark Parker (Jahrgang 1955) kam 1979 als Designer und Entwicklungsmanager zu Nike. Bereits zwei Jahre später wurde er Direktor für Designs, Konzepte und Entwicklung. Ab 1998 war er drei Jahre Vizepräsident für den Bereich Global Footwear, anschließend Präsident für Nike Brand. 2006 folgte er William Perez als CEO.
„Nike glaubt an eine Welt, in der jeder die Kraft der Vielfalt schätzt. Egal, an wen oder ob man glaubt, woher man kommt oder wen man liebt, die Erfahrungen jedes einzelnen sind es, was uns gemeinsam stärker macht“, beginnt Parker seinen an die Mitarbeiter des Unternehmens gerichteten Brief. „Diese Werte“, heißt es weiter, “sind durch das aktuelle Einreiseverbot für Flüchtlinge und Besucher aus sieben muslimisch geprägten Ländern in Gefahr. Das ist eine Politik, die wir nicht unterstützen.“

Dass sich Manager zu gesellschaftspolitischen Belangen abseits der Wirtschaft äußern, ist eher selten. Parker macht allerdings klar, dass die Folgen der neuen US-Politik ihn auch persönlich nicht kalt lassen. Um zu verdeutlichen, warum das so ist, führt er das Beispiel von Sir Mo Farah an.

„Mo, ein vierfacher Olympiasieger, lebt mit seiner Familie in Oregon. Er wurde in Somalia geboren und ist mit acht nach Großbritannien ausgewandert. Sein Leben hat er der Aufgabe gewidmet, seine zweite Heimat im Wettkampf zu vertreten. Nun allerdings wird es Mo vielleicht nicht möglich sein, aus dem Trainingslager in Äthiopien in die USA zu seiner Frau und seinen Kindern zurückzukehren.“ Der Langstreckenläufer hatte zuvor in einem Statement auf Facebook geschildert, wie schwer es sei, seinen Kindern zu erklären, dass er möglicherweise nicht zu ihnen nach Hause kommen könne.

Nike steht gegen Diskriminierung

Infolge des Beitrags zeigten sich hunderttausende Nutzer des Sozialnetzwerks bewegt – darunter offenbar auch Parker. In seinem Brief versichert er deshalb, alles in seiner Macht stehende tun zu wollen, um für die Sicherheit der Nike-Familie – „unsere Kollegen, unsere Athleten und deren Angehörige“ – zu sorgen. Nike stehe gemeinsam gegen Engstirnigkeit und jede Form von Diskriminierung. “Wir sind am besten, wenn wir den Wert unserer vielfältigen Gesellschaft erkennen“, schließt Parker seinen Brief.

Mit dieser Haltung steht der Nike-CEO nicht allein da. Auch andere einflussreiche Manager haben ihren Protest gegen Trumps Politik zum Ausdruck gebracht. Den wohl stärksten Gegenwind erfährt der erst vor wenigen Wochen ins Amt eingeführte US-Präsident von Amazon-Chef Jeff Bezos. Dieser hat angekündigt, Trump auch politisch und juristisch mit allen Mitteln bekämpfen zu wollen.

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