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Coronavirus: Lufthansa streicht bis zu 50 Prozent aller Flüge – kostenlose Umbuchung möglich

Der Einbruch der Buchungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus belastet das Geschäft der Lufthansa immer stärker. Der Vorstand des Konzerns hat angesichts drastischer Buchungsrückgänge und zahlreicher Flugstornierungen entschieden, die angebotene Flugkapazität noch weiter als bisher geplant zu verringern. In den nächsten Wochen soll daher das Flugangebot um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Schon am Mittwoch hatte die Lufthansa kurzfristig 150 Flüge gestrichen.

Flüge nach China, Israel und Iran komplett eingestellt

INFO-BOX:
Deutsche Lufthansa AG
Die heutige Deutsche Lufthansa AG wurde im Jahr 1953 gegründet. Den Flugbetrieb nahm das Unternehmen am 1. April 1955 auf, nachdem die Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Lufthoheit wiedererlangt hatte. Bis 1963 war die Deutsche Lufthansa AG zu fast 100 Prozent in Staatsbesitz. Seit 1997 ist das Unternehmen vollständig privatisiert und war im selben Jahr Gründungsmitglied der Star Alliance. Der Heimat-flughafen der Deutschen Lufthansa ist Frankfurt/M., ein weiteres Drehkreuz ist der Flughafen München.
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Mit der Maßnahme sollen die finanziellen Folgen des Nachfragerückgangs verringert werden. Geplante Spaßmaßnahmen im Personalbereich, bei Sachkosten und Projektbudgets sowie weitere Liquiditätsmaßnahmen sollen diesen Schritt ergänzen. Betroffen von dem massiven Buchungsrückgang seien alle Zielgebiete. Europas größter Luftverkehrskonzern hatte bereits am Donnerstag für den Monat März 7.100 Hin- und Rückflüge seiner Kernmarke Lufthansa aus dem Programm genommen. Ähnliche Streichungen gibt es auch bei den Töchtern Austrian, Swiss, Eurowings und Brussels. Nach China (bis mindestens 24. April), Iran (bis 30. April) und Israel sind die Flüge der Gruppe komplett eingestellt. Schwerpunkte der Absagen vom Donnerstag waren hingegen die innerdeutschen Verbindungen sowie Flüge nach Italien. Das Personal wurde aufgefordert, freiwillig Teilzeit zu arbeiten oder unbezahlten Urlaub einzureichen. Auch wird in Deutschland und Österreich die Möglichkeit der Kurzarbeit für viele tausend Mitarbeiter geprüft.

Lufthansa hat rund 780 Maschinen in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3.226 pro Tag absolvierten. „Lufthansa-Fluggästen wird geraten, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Situation des jeweiligen Fluges über lufthansa.com zu informieren. Gäste, die ihre Kontaktdaten bei Lufthansa hinterlegt haben, werden proaktiv über die Streichungen informiert“, teilte das Unternehmen mit. Bei den Streckenstreichungen habe man berücksichtigt, dass alle europäischen Ziele auch weiterhin erreichbar bleiben und den Kunden somit in den meisten Fällen eine geeignete Alternative angeboten werden könne. Der Branchenverband IATA hatte den möglichen Umsatzeinbruch im weltweiten Passagiergeschäft durch das Coronavirus auf eine Spanne von 63 bis 113 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das sind bis zu 19 Prozent des gesamten Volumens. Dies sei mit den Dimensionen der Finanzkrise von 2008/09 vergleichbar, so der Verband. Die Auswirkungen auf das Frachtgeschäft seien derzeit noch gar nicht abzuschätzen.

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Südtirol ab

Lufthansa verzichtet wegen der aktuellen Situation bis zum 31. März weltweit auf die Umbuchungsgebühren. Dies gilt für alle neu erworbenen Tickets bis zum 5. März mit einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020. Passagiere können einmal kostenlos auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen. Die Bundesregierung rät indes wegen der Ausbreitung des Coronavirus von Besuchen in Teilen Norditaliens ab. Dies gelte derzeit für nicht erforderliche Reisen in die Regionen Emilia-Romagna, Lombardei sowie Südtirol und die Stadt Vò Eugenaeo in der Provinz Padua, hieß es vonseiten des Auswärtigen Amts. Südtirol reagierte inzwischen mit Unverständnis auf die Einstufung als Risikogebiet.

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