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Fußball-Bundesliga: Streamingdienst DAZN will ab 2021 mehr Live-Spiele zeigen

Bild: dazn.com / DAZN

Bis zum Ende der Saison 2020/21 sind die Übertragungsrechte in der Fußball-Bundesliga vergeben. Pro Saison überträgt dabei der Bezahlsender Sky insgesamt 266 von 306 Ligaspielen live. Die übrigen Begegnungen sind exklusiv beim Sportsender Eurosport zu sehen. Als Zweitverwerter haben sich u.a. die ARD, das ZDF, Sport 1, Amazon, RTL Nitro oder der amerikanische Streamingdienst DAZN Rechte gesichert. Letzterer plant nun, bei der Ausschreibung ab der Saison 2021/22 ein größeres Paket zu erwerben.

Sky-Paket für DAZN wohl außer Reichweite

In Frage kommen könnte dabei ein Rechtepaket, wie es Eurosport derzeit hält. Der Sender zahlt aktuell rund 70 Millionen Euro pro Spielzeit für 45 Live-Begegnungen. „Natürlich interessieren wir uns auch dafür, Highlight-Rechte halten wir ja schon“, sagte Thomas de Buhr, DAZN-Chef für Deutschland, gegenüber der „Sport Bild“. „Die Bundesliga und auch die 2. Bundesliga sind für Sportfans im deutschsprachigen Raum enorm interessant, und wir werden uns ganz genau ansehen, in welcher Form diese Rechte auf DAZN abbildbar sind.“ Bis 2021 zeigt der Streamingdienst ab 40 Minuten nach Abpfiff Zusammenfassungen der Spiele aus der 1. und 2. Bundesliga. Zudem bekommen Abonnenten Zugriff auf ausgewählte Partien der Champions und der Europa League sowie auf Testspiele innerhalb der bundesligafreien Zeit.

DAZN Deutschland-Chef Thomas de Buhr
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DAZN, das auch als Netflix des Sports bezeichnet wird, ist seit zwei Jahren auf dem deutschen Markt aktiv und gehört seit 2016 zur Perform-Group des US-Milliardärs Leonard Blavatnik.
Um das große Sky-Paket mit einem Volumen von derzeit 876 Millionen Euro pro Saison wird man nach den Worten von de Buhr dabei wohl nicht mitbieten: „Am Ende des Tages müssen die Rechte für uns auch wirtschaftlich darstellbar sein. Ein Rechtepaket, das uns zwingen würde, den Preis auf 30 Euro im Monat anzuheben, macht für uns keinen Sinn.“ Aktuell zahlen Kunden bei DAZN 9,99 Euro monatlich. An diesem Preis will der Dienst so lange wie möglich festhalten, obwohl man bereits jetzt rund 100 Millionen Euro je Saison für 110 Champions League-Spiele auf den Tisch legen muss. Und auch die großen Fußball-Events nimmt de Buhr bereits ins Blickfeld: „Durch unser großes Portfolio an Fußballrechten würde auch eine EM oder WM Sinn machen“, so der Manager gegenüber der „Deutschen Presseagentur“.

Deutschland-Chef de Buhr zeigt sich mit Investment zufrieden

Zu der aktuellen Zahl der Abonnenten macht DAZN indes keine Angaben. Dennoch zeigte sich de Buhr zufrieden mit dem bisherigen Investment. „Die spannende Frage rund um Champions League und Europa League war, ob der Markt bereit ist, dass auch derart populäre Rechte von einem reinen Streaming-Anbieter sinnvoll abgebildet werden können. Die Antwort ist ganz klar: Ja, der Markt ist bereit. Wir haben unsere ohnehin hochgesteckten Ziele klar übertroffen, das Feedback der DAZN-Community über die fachliche und technische Übertragungsqualität ist überwältigend positiv.“