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Antidepressiva erhöhen das Risiko von Autismus bei Kindern

Forscher der Universität Bristol sind in einer Studie (siehe Info-Box) der Frage nachgegangen, ob die Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft die Entwicklung von Autismus beim ungeborenen Kind begünstigt. Diese Vermutung gibt es bereits seit einiger Zeit. Nach der Auswertung von Hunderttausenden Fällen scheint sich der Verdacht tatsächlich zu bestätigen.

Autismus-Risiko bei Einnahme von Antidepressiva höher

INFO-BOX:
Studie
Die vollständige Studie der Wissenschaftler der Universität Bristol können Sie mit einem Klick auf "mehr dazu" einsehen (Englisch).
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Um der Frage auf den Grund zu gehen, prüften die Forscher die Daten von mehr als 250.000 Personen im Alter von vier bis 17 Jahren, zu denen knapp 5.400 Autisten zählten, und untersuchten, ob die Mütter der Betroffenen psychisch gesund waren oder unter Depressionen litten. Dabei zeigte sich, dass das Risiko, ein autistisches Kind zur Welt zu bringen, für Mutter mit psychischen Problemen etwas höher war als bei ihren gesunden Geschlechtsgenossinnen.

Um herauszufinden, ob dafür die Erkrankung selbst oder die Einnahme von Medikamenten verantwortlich ist, prüfte man im nächsten Schritt, ob die Mütter Antidepressiva eingenommen oder der Krankheit auf anderen Wegen begegneten waren. Auch hier wurde man fündig. Während das Risiko von Autismus bei Kindern depressiver Mütter ohne Medikamenteneinnahme bei 2,9 Prozent lag, stieg sie mit der Gabe von Antidepressiva auf 4,1 Prozent an.

Forscher halten anderen Ursachen für möglich

Grund, Alarm zu schlagen, sehen die Experten in diesem Ergebnis nicht. Auch wenn sich im Zusammenhang mit den Medikamenten eine Häufung von Autismus feststellen lässt, würde der Verzicht darauf nur knapp zwei Prozent der Fälle verhindern. Darüber hinaus sieht man die Möglichkeit, dass auch andere Faktoren für die festgestellten Effekte verantwortlich sein könnten. Als mögliche Erklärung werden von den Forschern beispielsweise genetische Voraussetzungen in Betracht gezogen, die für eine Überlappung von psychischen Erkrankungen bei den Müttern und Autismus bei ihren Kindern sorgt. Weil die Studie das nicht ausschließen könne und weitere Fragen aufwerfe, sind weitere Untersuchungen nötig, so die Forscher.

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