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Corona: Mainzer BioNTech will in zwei Wochen Notfallzulassung beantragen

Weltweit haben sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen 45 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Mehr als 1,1 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland gab es bislang rund eine halbe Million Infizierte und 10.305 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Hoffnung macht jetzt der Chef des Mainzer Biotech-Unternehmens BioNTech. Man erwarte in Kürze erste Daten aus der entscheidenden Wirksamkeitsstudie des Unternehmens mit seinem potenziellen Corona-Impfstoff, sagte Ugur Sahin in einem Interview mit dem VRM-Medienhaus.

BioNTech: 100 Millionen Impfdosen bis Jahresende

„Wir werden sicherlich in zwei Wochen schlauer sein“, so Sahin. Dann werde sich zeigen, ob der BioNTech-Impfstoff in der Lage sei, zu schützen. „Wir sind optimistisch“. Sollten die Daten positiv ausfallen, könne man bereits Mitte November einen Antrag auf Notfallgenehmigung bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) einreichen. BioNTech und sein amerikanischer Partner Pfizer gehören zusammen mit dem US-Biotechkonzern Moderna und dem britischen Unternehmen AstraZeneca zu den führenden Kräften im Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus.

Mit einer Notfallzulassung in den USA könnte der Wirkstoff zunächst an eine kleine Gruppe und später an immer größere Teile der Bevölkerung ausgegeben werden. „Diese Entscheidung obliegt letztlich der Regierung und den zuständigen Behörden“, so Sahin. Man habe seine Produktionskapazitäten deutlich erweitert und plane, bis zum Ende des Jahres bis zu 100 Millionen Impfdosen verfügbar zu machen. Für das Jahr 2021 sei die Produktion von 1,3 Milliarden Impfdosen anvisiert, so Sahin gegenüber „Business Insider“.

Größere Mengen Impfstoff frühestens im April 2021

INFO-BOX:
BioNTech
BioNTech wurde 2008 auf der Grundlage langjähriger Forschungsarbeiten von Ugur Sahin, Christoph Huber und Özlem Türeci gegründet. BioNTech fokussiert sich auf die Entwicklung und Herstellung von aktiven Immuntherapien gegen Krebs und andere schwere Krankheiten.
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Aktuell sei die Produktion des Impfstoffs bereits gestartet. „Wir haben schon angefangen, Impfstoff zu produzieren. Der lagert bei uns, ist in den Qualitätskontrollen und noch nicht freigegeben“, sagte Sahin. Die Freigabe würde nur dann erfolgen, wenn eine Genehmigung vorliege. Hierzu sei man auch mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einem rollierenden Verfahren. „Das bedeutet, wir reichen immer wenn wir neue Daten haben, bei der Behörde die Daten ein, so dass sie in Echtzeit überprüft werden können“.

Am Dienstag hatte Pfizer mitgeteilt, dass es in der laufenden Studie mit 44.000 Freiwilligen noch nicht genügend Infektionen gegeben habe, um Angaben über die Wirksamkeit des Impfstoffs machen zu können. Ein unabhängiges Gremium werde eine erste Analyse durchführen, sobald die Zahl von 32 Infektionen erreicht sei.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sicherte indes zu, die Mitgliedsstaaten würden „alle zur selben Zeit und zu denselben Bedingungen“ Impfstoff erhalten, sobald er verfügbar sei. Die Menge werde dabei abhängig vom Anteil der Länder an der EU-Bevölkerung sein. Mit größeren Mengen eines Impfstoffs rechne man jedoch „im besten Fall“ im April kommenden Jahres.

Auch entscheidende Moderna-Studie startet

Unterdessen bereitet sich auch Moderna auf den Marktstart seines potenziellen Corona-Impfstoffs vor. Das Unternehmen habe kürzlich die Aufnahme des letzten Probanden in die entscheidende Wirksamkeitsstudie mit dem Impfstoff mRNA-1273 abgeschlossen. Insgesamt umfasst die Studie 30.000 Teilnehmer. Erste Daten aus der Studie würden noch im November erwartet, teilte Moderna mit. „Wir bereiten uns aktiv auf den Start von mRNA-1273 vor und haben eine Reihe von Liefervereinbarungen mit Regierungen auf der ganzen Welt unterzeichnet“, sagte Vorstandschef Stéphane Bancel. Darunter ist etwa die US-Regierung. Die EU-Kommission hat mit dem Unternehmen Sondierungsgespräche abgeschlossen.

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