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Netflix jetzt weltweit mit mehr als 200 Millionen zahlenden Abonnenten

Der Online-Videodienst Netflix ist zum Ende des vergangenen Jahres dank Serienhits wie „The Queen’s Gambit“, „Bridgerton“ und „The Crown“ trotz eines verschärften Konkurrenzkampfs stark gewachsen. Im letzten Quartal 2020 stieg die Zahl der zahlenden Abonnenten um 8,5 auf knapp 204 Millionen, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Damit wurde erstmals die Marke von 200 Millionen Usern geknackt. Die Zahlen übertrafen die eigene Prognose und die Erwartungen von Analysten deutlich. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung von 13 Prozent.

Netflix-Konkurrent Disney+ wächst rasant

INFO-BOX:
Netflix
Netflix wurde 1997 in Los Gatos (Kalifornien) von Reed Hastings und Marc Randolph gegründet. Es agierte zunächst als Online-Videothek und verschickte Filme auf DVD und Blu-ray an seine Abonnenten. 2007 stieg Netflix ins Video-on-Demand-Geschäft ein und machte die Inhalte per Streaming zugänglich. 2020 hatte das Unternehmen rund 9.000 Mitarbeiter. Mit 195 Milliarden Dollar übertraf der Börsenwert von Netflix im vergangenen Jahr erstmals den der The Walt Disney Company.
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Die Erlöse stiegen in den Monaten Oktober bis Dezember des letzten Jahres ebenfalls. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verdiente Netflix über 20 Prozent mehr (6,6 Milliarden Dollar). Allerdings fiel der Gewinn mit 542 Millionen Dollar etwas geringer aus. Dies liegt unter anderem am starken Wettbewerb in der Streaming-Welt. Insgesamt gewann Netflix im abgelaufenen Jahr 37 Millionen neue Abonnenten hinzu und steigerte seinen Umsatz um rund ein Viertel auf 25 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn schoss um 76 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar in die Höhe.

Netflix muss sich mit hohen Investitionen gegen finanzstarke Konkurrenz wehren, die dem Marktführer mit neueren Video-Services Kunden abjagen wollen. Insbesondere Disney+ verzeichnet ein starkes Wachstum. Allein im ersten Jahr ihres Bestehens gewann die Plattform 87 Millionen bezahlte Abonnenten hinzu. Aber auch andere Dienste wie HBO Max oder die etablierten Amazon Prime und Hulu setzen Netflix zunehmend unter Druck. Zugute kommt ihnen allen der anhaltende Streaming-Boom durch die Corona-Pandemie, unter anderem durch geschlossene Kinos.

Netflix selbst sprach bei der Bekanntgabe der Zahlen zwar davon, dass 2020 ein „unglaublich schwieriges Jahr“ gewesen sei. Trotzdem zählt Streaming-Dienst in Corona-Zeiten zu den großen Gewinnern. Selbst in Deutschland hat nach einer Studie der Zeitschrift „TV Spielfilm“, für die das Marktforschungsinstitut GfK im April und Mai 2.000 Menschen befragt hat, mittlerweile jeder Zweite eine Streaming-Abo. 54 Prozent der Gesamtbevölkerung streamen demzufolge mindesten einmal im Monat bei einem kostenpflichtigen Anbieter. 2019 war es noch 49 Prozent, 2018 sogar nur 41 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen haben der Studie zufolge sogar 82 Prozent ein Streaming-Abo.

Erfolge mit „Tiger King“ und „The Crown“

Mit „Tiger King“ hat Netflix nach eigenen Angaben die weltweit am meisten bei Google gesuchte Serie im Portfolio. Im Bereich des englischsprachigen Fernsehens mit Drehbüchern war der vierte Teil der Serie „The Crown“ bislang die erfolgreichste Staffel. Insgesamt kletterte die Zuschauerzahl der Serie seit dem Start auf mehr als 100 Millionen. Auch mit „Bridgerton“ sei man in der Erfolgsspur. Aber nicht nur bei den Abonnenten, auch an der Börse machte Netflix im vergangenen Jahr eine gute Figur. Die Aktie legte um 67 Prozent zu. Weiteren Auftrieb gab ihr die im Geschäftsbericht enthaltene Ankündigung des Management, erstmals seit 2011 wieder Aktienrückkäufe zur Kurspflege in Erwägung zu ziehen. Der Ausblick auf das laufende erste Quartal fiel hingegen verhalten aus. Netflix rechnet hier mit einem Zuwachs um sechs auf rund 210 Millionen Nutzer. Die meisten Analysten waren hier von einer optimistischeren Prognose ausgegangen.