home Wirtschaft Deutsche Post: Frank Appel geht 2023 – Tobias Meyer wird Nachfolger

Deutsche Post: Frank Appel geht 2023 – Tobias Meyer wird Nachfolger

Post-Chef Frank Appel zieht sich von der Spitze des Konzerns zurück. Wie das börsennotierte Unternehmen am Mittwoch in Bonn mitteilte, verlängerte der Aufsichtsrat Appels Vertrag nur bis Anfang Mai 2023, da dieser „nicht mehr für eine weitere volle Amtszeit zur Verfügung“ stehe. Die Nachfolge Appels soll der bisherige Post & Paket Deutschland-Chef Tobias Meyer antreten. Er ist seit März 2019 Mitglied des Vorstands.

Appel seit 2008 an der Spitze der Deutschen Post

INFO-BOX:
Deutsche Post
DHL Group
Die Deutsche Post AG ging 1995 aus der Deutschen Bundespost hervor. Seit 2000 ist sie börsennotiert. Im Jahr 2002 übernahm der Konzern DHL International und tritt seit 2015 als Deutsche Post DHL Group auf.
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Damit geht nach 13 Jahren an der Spitze der Deutschen Post eine Ära zu Ende. Der frühere McKinsey-Berater Appel ist seit dem Jahr 2000 im Unternehmen, 2002 wurde er Mitglied des Vorstands. 2008 rückte er schließlich auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden. In seiner Zeit als Vorstandschef trieb er die Internationalisierung des Konzerns mit rund 570.000 Mitarbeitern voran. Trotz der Corona-Krise hatte er das Unternehmen zuletzt zu neuen Rekordergebnissen geführt. Zudem schob er mit der Strategie 2025 eine milliardenschwere Digitalisierungsoffensive bei der Post an. Und bis 2025 will der Konzern zudem klimaneutral sein.

Appel selbst sagte zu seiner Entscheidung, er gehe „im besten Wissen, dass Deutsche Post DHL Group von einem hervorragenden Managementteam geführt und einer hochmotivierten Belegschaft getragen wird“. Mit Tobias Meyer übernehme ein Top-Manager und großartiger Kollege seinen Posten. Unter seiner Leitung sei dem Geschäftsfeld Post & Paket der Turnaround gelungen. „Ich könnte mir keinen besseren Nachfolger wünschen“, so Appel.

Meyer kam wie Appel von Unternehmensberater McKinsey

Appels designierter Nachfolger Tobias Meyer ist seit 2013 im Konzern und war davor zwölf Jahre ebenfalls bei der Unternehmensberatung McKinsey tätig. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Post, Nikolaus von Bomhard, nannte Meyer einen „ausgewiesenen Kenner des Konzerns“. Er sei die ideale Besetzung, um den eingeschlagenen Kurs erfolgreich weiterzuführen. Bereits ab Juli kommenden Jahres soll der neue starke Mann bei der Deutsche Post DHL Group Teilaufgaben von Appel übernehmen und so einen geordneten Übergang herbeiführen.

Meyer, der sich einen Ruf als Krisenmanager erarbeitet hat, war in Branchenkreisen seit längerem als möglicher Nachfolger Appels gehandelt worden. Seine Berufung sei daher keine Überraschung, so Insider. Die Leitung des Post & Paket Deutschland-Bereichs gibt Meyer dann an Nikola Hagleitner ab, die damit in den Konzernvorstand einzieht. Hagleitner war bisher Vertriebschefin Post & Paket Deutschland und ist bereits seit 2005 im Unternehmen.

Appel will Telekom-Aufsichtsratschef werden

Und auch der 60-jährige Appel hat noch große Pläne. Laut „Handelsblatt“ soll er sich darum bemühen, im April 2022 zum Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom gewählt zu werden. Dies sorgt für Unmut, da Appel dann zwölf Monate gleichzeitig die Deutsche Post und den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom führen würde. Schon im Vorfeld hatten Aktionärsvertreter wegen einer drohenden Überbelastung Appels Proteste angekündigt. „Eine Ämterdopplung sehen wir kritisch. Ein Vorstandsvorsitzender sollte nicht gleichzeitig den Aufsichtsratsvorsitz eines anderen Konzerns übernehmen“, sagte Ingo Speich, Leiter des Bereits Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka.